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.ch-Domain – Registrar vorzeitig wechseln, meine Erfahrung

.ch-Domains werden bis anhin von der Stiftung «switch» vergeben. Dabei nimmt switch eine Doppelrolle wahr: Sie betreut das Domain Name System (DNS) und verkauft die Domain Namen. Auf Fach-Chinesisch: Sie ist Registry und Registrar in einem. Im Frühjahr 2015 läuft das Mandat der switch aus, der Markt wird geöffnet und switch kümmert sich als Registry nur noch um DNS-Aufgaben. Die Domains werden ab diesem Zeitpunkt ausschliesslich durch die Privatwirtschaft verkauft und die bestehenden switch-Kunden müssen sich einen neuen Registrar suchen.

Das klingt im ersten Lesegang recht harmlos. Konkreter: Die bestehenden switch-Kunden – das sind alle Halterinnen und Halter einer .ch-Domain – also jede und jeder, der unter einer .ch-Domain eine Homepage betreibt und/oder einen eigenen Mailserver unter einer .ch-Domain laufen hat. Zum jetzigen Zeitpunkt sind das über 1.9 Millionen Domains.

Die Domain «manuele.ch» musste ich kürzlich erneuern und ich erhielt von switch das übliche Erinnerungsmail – später noch eine Vorankündigung, die das Obenstehende kurz zusammenfasst und in der ein Satz fett markiert ist:

Bis zu diesem Zeitpunkt brauchen Sie nichts zu unternehmen.

Ich habe diesen Hinweis ignoriert, mich für ein kleines Experiment entschieden und meinen Registrar frühzeitig gewechselt. Frühzeitig heisst: Ich habe die switch-Rechnung bereits bezahlt und danach zu einem Registrar in der Privatwirtschaft gewechselt. Warum? Drei Gründe:

  • Ich werde meine Domain so oder so umziehen müssen. Also warum nicht jetzt?
  • Laut Statistik existieren heute über 1.9 Millionen .ch-Domains und ich stelle mir eine Migration in diesem Umfang nicht einfach vor. Das sind – gleichmässig über ein Jahr verteilt – 5205 Domains pro Tag.
  • Ich kann darüber schreiben wie es war :)

Meine Registrar-Wahl fiel auf den Host meiner Homepage «Hostpoint» – somit habe ich alles «webbige» bei einem Anbieter und laut ihrer Homepage sei der Umzug «schnell & kostenlos». Also bin ich ihrer Anleitung gefolgt und habe meine Domain in weniger als fünf Minuten transferiert. Schick, schon erledigt, dachte ich.

Nein. Etwas später erhielt ich eine Rechnung von Hostpoint und ich stutzte: Ich habe switch bezahlt, «schnell & kostenlos» meine Domain transferiert und bezahle nun meinen Registrar für einen Vertrag, der bereits fakturiert ist? Also fragte ich freundlich nach und wurde darüber informiert, dass die Rechnung in diesem Fall korrekt sei und ich mein Geld bei switch zurückfordern solle. Allerdings fehlte eine Begründung weshalb die Rechnung korrekt ist. Also fragte ich erneut und es stellte sich heraus, dass ein Tippfehler bei der Vertragsdauer fälschlicherweise eine Rechnung ausgelöst hat. Hostpoint hat sich in aller Form dafür entschuldigt.

Fazit der Geschichte: Gegen einen frühzeitigen Domain-Transfer spricht nichts – er ist sehr einfach und wirklich rasch erledigt. Ob die laufende Vertragsdauer mit switch vom neuen Registrar 1:1 und für die Kundin/den Kunden kostenlos übernommen wird, lohnt sich abzuklären.

Werde ich bei Hostpoint bleiben? Klar! Fheler geschehen. Allen und immer. Sie können ärgerlich und zeitraubend sein, aber wer glaubwürdig und offen mit ihnen umgeht, überzeugt mich viel mehr, als jemand der vorgibt keine zu begehen.

Danke fürs Lesen; ich hoffe dieser Artikel ist hilfreich und falls du zu den 1.9 Millionen gehörst: Ich wünsche einen guten und reibungslosen Domain-Umzug.

 

Hinweis: Die Publikation dieses Beitrags erfolgte mit schriftlichem Einverständnis von Hostpoint. Es ist ein reiner Beschrieb meiner Erfahrung, widerspiegelt meine persönliche Sichtweise und ist keine Werbung für die ich in irgendeiner Form bezahlt oder bevorteilt wurde. Das findet auf meinem Blog grundsätzlich nicht statt – aber ich dachte, es ist mal eine Erwähnung wert.