POS Illustration – Beitragsbild

Illustrationen für einen POS

Illustrationen für einen POS. POS bedeutet Point of Sale – also Verkaufsort. Für eine Hemdenlinie einer grossen Schweizer Warenhauskette plante deren Marketingabteilung ein Chalkboard – oder auf Deutsch: Ein Kreidebrett, auf welchem sie die Qualitätsmerkmale der Hemden hervorheben wollte.

Laut Briefing bestand der Auftrag aus vier Illustrationen und zusätzlich der Umsetzung des Logos als Kreide-Schriftzug. Für die vier Illustrationen waren die Hauptthemen:

  • Herstellung in Europa
  • Stoffe aus Europa
  • Thermofixiertes Garn
  • Verstärkter Kragen

Für die Visualisierung der europäischen Herstellung wünschten sich die Kunden eine Nähmaschine. für die Stoffe einen Stoffballen, für den thermofixierten Garn ein Knopfloch und den verstärkten Kragen einen Hemdkragen. Im Briefing war die Art der Nähmaschine bereits definiert – es sollte ein altes Modell sein. Zusätzliche Anforderung war: Die Illustrationen sollen frei skalierbar und nachträglich editierbar sein. Also eine Vektorgrafik.

Mit diesen Inputs habe ich mich kurz vor meinen Zeichentisch gesetzt und eine erste Skizze gefertigt. Die ersten Skizzen sind nie schön ausgearbeitet; es geht darum die Art der Sujets und die Ansicht zu definieren. Hierfür reicht eine rudimentäre Umsetzung, der Aufwand fliesst dann in die Reinillustrationen. So:

 

Illustration POS – Vorskizze Stoffballen

Illustration POS – Vorskizze Nähmaschine

Illustration POS – Vorskizze Hemdkragen

Illustration POS – Vorskizze Knopfloch

 

Nach der Rückmeldung der Kunden habe ich deren Kritikpunkte eingearbeitet und eine zweite Fassung der Illustrationen gefertigt. Diese diente als Abnahme für die später folgende Reinillustration. Die Reinskizzen gehen eine Stufe weiter als die Vorskizzen – sie definieren die Anmutung der Reinillustration und gehen zu einem grossen Teil auch auf die Lichtführung der Sujets und auf deren Materialität ein.

 

Reinskizze positiv Stoffballen

Reinskizze positiv Nähmaschine

Reinskizze positiv Hemdkragen

Reinskizze positiv Knopfloch Variante 1

Reinskizze positiv Knopfloch Variante 2

 

Die Reinskizzen muten auf den zweiten Blick von der Lichtführung her etwas speziell an, denn sie sind als Negativ gezeichnet. Das zu erklären ist etwas umständlich – ich mach’ das kurz mit einem Bild. So:

 

Reinskizze negativ Stoffballen

Reinskizze negativ Nähmaschine

Reinskizze negativ Hemdkragen

Reinskizze negativ Knopfloch Variante 1

Reinskizze negativ Knopfloch Variante 2

 

Sie werden ja schliesslich in Weiss auf schwarzem Grund stehen, da Kreide.

Dann ging es an die Reinumsetzung und die war tricky. Wie eingangs erwähnt sollten die Illustrationen frei editier- und skalierter sein – das bedeutet, dass die Reinillustrationen mit dem Computer erstellt werden müssen. Der Computer ist Maschine, ein Kreidebrett wird von Hand beschriftet. Es ging also im Kern darum, die technische Perfektion auszuhebeln und einer Maschine den Anmutung von Handarbeit zu entlocken. Das ist sehr, sehr, sehr schwierig und ich habe zwei Anläufe dafür gebraucht.

Im ersten Anlauf habe ich mich stark an die Reinskizzen gehalten und mich auf eine Strichführung konzentriert, die möglichst händisch sein sollte. Das hat von mir aus nicht wirklich funktioniert, aber ich wollte trotzdem das Feedback der Kunden einholen. Diese Fassung sah so aus.

Reinillustration 1 – Stoffballen

Reinillustration 1 – Nähmaschine

Reinillustration 1 – Hemdkragen

Reinillustration 1 – Knopfloch

 

Nicht wirklich – besonders der Hemdsärmel. Also noch einmal. Für den zweiten Anlauf habe ich mich von der Reinskizze gelöst und die Individualität in der Fläche gesucht. Das hat um einiges besser funktioniert.

 

Reinillustration 2 – Stoffballen

Reinillustration 2 – Nähmaschine

Reinillustration 2 – Kragen

Reinillustration 2 – Knopfloch

 

Herzlichen Dank für den tollen Auftrag und die gute Zusammenarbeit – ich bin extrem gespannt auf das fertige Kreidebrett!