Logo-Design – Der Entwurf vor dem Entwurf

Logo-Design – Der Entwurf vor dem Entwurf

Logo-Design – Der Entwurf des Entwurfes. Ich habe bisher schon ziemlich ausführlich über den Logo-Prozess berichtet und auch einen Beitrag über die möglichen Vorgedanken dazu publiziert. Was noch fehlt, ist die Grundlage zu den einzelnen Entwürfen. Diese Lücke schliesse ich mit diesem Beitrag.

Als Beispiel nehme ich einen Auftrag an dem ich im Moment arbeite: Vesna Gajic ist schon seit ein paar Jahren selbstständige Fotografin, hatte bisher noch kein Logo und möchte das nun ändern; also ist sie auf mich zugekommen.

Vorab habe ich ihr den Link zum Vorgedanken-Beitrag geschickt, sie hat sich ihre Überlegungen gemacht und weil Vesna in Wallisellen arbeitet, haben wir den Auftrag rasch per skype besprochen. Dabei ging es nicht nur um das Logo, sondern auch um Vesna. Bei Einzelunternehmen steht aus meiner Sicht nicht nur das Unternehmen im Vordergrund, sondern auch die Person, die dieses Unternehmen verkörpert.

Nach der Besprechung habe ich mich hinter den Bildschirm geklemmt und eine umfassende google-Recherche zu verschiedenen Schlagworten durchgeführt. Dabei suche ich in verschiedenen Sprachen nach verschiedenen Begriffen. So erhalte ich ein Bild von Vesnas Konkurrenz, sehe welche Ansätze beliebt sind und komme auf weitere Begriffe nach denen ich recherchieren kann. Das ist auch eine Art auf Ideen zu kommen – nicht dass man die recherchierten Bilder kopiert, aber Bilder lassen sich verknüpfen und so schaffe ich aus Bestehendem Neues.

Während und nach der Recherche halte ich meine Ideen als Handskizzen fest. Das sieht in Vesnas Fall so aus:

Logo-Design – einfache Recherche und Ideen-Skizzen

Erst wenn ich meine Grundlagen und Skizzen habe, beginne mit der Computerarbeit. Dabei gehe ich den Ansätzen nach, die ich skizziert habe und komme im Lauf des Prozesses auch auf weitere Ideen, die sich aus der Arbeit ergeben. Und manchmal hilft auch Onkel Zufall mit.

Zu Beginn arbeite ich nur an einem Element und ich verwende keine Farbe – nur Schwarz-Weiss. Die Reduktion wähle ich, weil einzelne Elemente unter sich besser vergleichbar sind. Damit verhindere ich eine falsche, aber sehr menschliche Selektionsart. Ein Beispiel: Kunde mag Blau und wählt den blauen Entwurf. Der grüne Entwurf würde in Blau besser zum Kunden passen – scheitert aber, da Grün. Wrong time wrong color – schade für den Kunden.

Also mache ich eines nach dem anderen: Vorab das Bild-Element, dann kommt der Textzusatz und erst am Schluss kümmern wir uns um die Farbigkeit. Das ist nur eine mögliche Vorgehensweise, man kann auch andersrum oder in der Mitte beginnen und je nach Logo-Typ würde ein anderes Vorgehen auch mehr Sinn machen. Aber beim Logo von Vesna bin ich so vorgegangen.

Wenn ich Vesna dann meine Entwürfe schicke, dann sieht sie nur eine Auswahl dessen was ich erarbeitet habe. Im Lauf des Prozesses fallen Ideen weg, entweder weil sie mich optisch nicht überzeugen oder in der zukünftigen Handhabung nicht funktionieren werden.

Ein guter Weg dies zu prüfen ist, wenn man die Entwürfe in kleiner Darstellung betrachtet. Ich wähle hierfür meistens 16×16 Pixel. Damit verhindere ich mir und vielen anderen zukünftige Probleme in der Handhabung des Logos. Es ist sehr zeitaufwändig grafische Probleme auszubügeln, deshalb schicke ich nur, was funktioniert. Ausnahmen sind zwar möglich, aber dann deklariere ich sie als solche.

Hier ein Beispiel einer Logo-Vorstufe. Es ist ein Entwurf, den wir bereits aussortiert haben und nicht weiter verfolgen.

Logo-Design – Logo Vorstufen

Und diesen Logo-Entwurf habe ich dann Vesna geschickt. Aber natürlich nicht nur den.

Logo-Design – finaler Logo-Entwurf für das Fokus-Element.

Ich bin gespannt auf den weiteren Verlauf und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Vesna. Sie ist sehr begeisterungsfähig, hat enorm Drive und die Arbeit mit ihr macht grosse Freude. Danke Vesna!