Semiotik, Pfeile, Kreuze und Haken – Beitragsbild mit diesen Symbolen in Weiss auf Rot

Semiotik – Kreuze, Pfeile und Haken

Semiotik – Kreuze, Pfeile und Haken. Aus aktuellem Anlass habe ich mich entschieden, meinen Montags-Beitrag vorzuziehen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, an absolute Korrektheit und verärgern oder verletzten möchte ich auch niemanden. Falls dem so wäre, Pardon.

Als Erstes: Liebe Kommunikationsverantwortliche der SBB: Mein Beileid. Ich habe selbst in der Kommunikation gearbeitet und ich weiss was ihr im Moment durchmacht – ich wünsche euch dass es bald vorbei ist.

Zum Entscheid das Sujet zu entfernen: Ich denke es ist heikel, wenn man als öffentliches Unternehmen in politischen Belangen als Zensor agiert. Die Abbildung des Hakenkreuzes ist im Zuge der Rassismus-Strafnorm von 1995 verboten, wenn damit für die entsprechende Ideologie geworben wird. Ich bin kein Jurist, aber ich denke, dass das erwähnte Sujet nicht unter diesen Strafbestand fällt. Es wäre also legal, sofern es nicht gegen andere Bestimmungen verstösst. Möchte ich als SBB das Sujet aus dem Verkehr ziehen, hätte ich darauf gewartet, dass eine Anzeige eingeht und die Entfernung mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren begründet. Damit hätte man sich elegant aus der Schusslinie gezogen und eine allfällige Entrüstung hätte an einem anderen Ort stattgefunden.

Es ist toll, wenn ein Unternehmen so auf Beschwerden eingeht und handelt. An alle die nun wegen dem Entscheid Sturm laufen: Wenn ihr euch in Zukunft über politische Werbung aufregt, dann mobilisiert und beschwert euch. Es nützt.

Aber nun verlasse ich die arme SBB und ziehe meine Gedanken etwas weiter.

Zum Verbot des Hakenkreuzes und von Signeten an sich: Es ist fürchterlich, was ab 1930 stattgefunden hat, aber ich bezweifle, dass das Verbot eines Symbols uns vor einer Wiederholung der Geschichte verschont. Es spielt dabei keine Rolle wer den Kürzeren zieht: Juden, Palästinenser, Moslems, Ausländer, Einheimische, Schafe, ich oder du. Seit Machtstrukturen existieren, werden Feindbilder alimentiert und dafür genutzt, Massen zu mobilisieren. Und in dieser Dynamik geschehen oft schreckliche Dinge. Daran wird sich nichts ändern, so lange wir uns durch unsere Angst instrumentalisieren lassen.

Fazit: Geht spätestens am Sonntag an die Urne und stimmt. Egal wie – ich hab’ euch trotzdem gern. Ein schönes Wochenende, alles wird gut.