Familienkonferenz Titelbild

Dokumentationsfotografie – Familienkonferenz in Münsingen

Dokumentationsfotografie – Familienkonferenz in Münsingen. Mike Bucher moderierte am 27. März die Familienkonferenz in Münsingen. Da er mit meinen Bildern für den Folientango sehr zufrieden war, hat er mich angefragt, ob ich spontan Zeit und Lust hätte ihn in Aktion abzulichten und ein paar Referenz-Fotos für seine Homepage zu machen. Aber klar doch!

«Föteli», «Bildli» und «knipserlen» sind in der professionellen Fotografensprache verpönt – ich machte mich also freudig auf um Bildmaterial zu erstellen. Vor Ort fanden das die Veranstalter auch ziemlich toll, weswegen ich mich nicht nur auf Mike konzentrierte, sondern zusätzlich auch den Anlass in die Linse fasste. Die Bilder von Mike werde ich gegebenenfalls und in Absprache mit ihm etwas später publizieren. Dieser Beitrag steht im Zeichen des Anlasses.

Die Familienkonferenz behandelte das Thema «Werte», präziser Veranstaltungstitel: Sind Werte noch etwas Wert? Herausforderungen, Chancen und Risiken. Ueli Mäder hielt ein sehr bewegendes Initial-Referat, danach moderierte Mike die Podiumsdiskussion mit Repräsentatinnen und Repräsentanten der Gemeinde Münsingen aus den Bereichen Politik, Freizeit, Kultur, Soziales und Bildung.

Fotografisch anspruchsvoll waren die Lichtverhältnisse: Wenig Kontrast, das typisch gelbe Licht wie man es aus Aulas kennt, sowie die Distanz zu den Personen. Dieses Mal fotografierte ich mit meiner Nikon D700 im Vollformat und mit zwei Objektiven: 50mm/1.4, 105mm/2.8. Besonders mit dem 105er musste ich die ISO-Werte so an die Decke schrauben, dass es zum Teil mehr Körnung als Bild ergab. Aber über meinem Anspruch an gute Bilder steht meine Meinung, dass ein Fotograf möglichst diskret sein soll – das bedeutet Distanz, bewegen am Rand und kein Blitz. Trotz der Umstände bin ich mit den Bildern zufrieden.

Inhaltlich war der Anlass für den Moderator sicherlich nicht einfach: Das Thema ist kopflastig, eher schwer und sehr geprägt von der persönlichen Haltung der Gäste und Teilnehmenden – aber Mike hat dies aus meiner Sicht hervorragend bewältigt und einen schönen Bogen über die verschiedenen Aspekte gespannt. Ich persönlich vermisste bei vielen Äusserungen noch eine Stufe mehr «Warum». Bemängelt wurde unter anderem das Verhalten von Menschen, die nicht mehr Grüssen.

Normalerweise äussere ich mich nicht über Inhalte und konzentriere mich auf die handwerklichen Aspekte. Ausnahmsweise möchte ich auf das Beispiel – stellvertretend auch für andere Äusserungen an diesem Anlass – eingehen. Gänzlich unstudiert, rein aus meiner persönlichen Perspektive und ohne Anspruch an übergeordnete Gültigkeit.

Warum Grüssen die Menschen nicht mehr? Für mich steht das Grüssen in Bezug zu einer persönlichen Verbindung und damit in weiterem Sinne zu einer Abhängigkeit. Ich wohne in einem ehemaligen Arbeiterquartier und eine Nachbarin erzählte mir eine schöne Geschichte: Früher gab es im ganzen Haus nur eine Badewanne. Also hat man sich untereinander arrangiert: Partei B benutzte die Badewanne von A, hütete aber im Gegenzug deren Kinder. C hatte als einzige Partei einen Fernseher, benutzte die Badewanne und lud als Entschädigung A und B gelegentlich zu sich ein um gemeinsam einwenig in die Röhre zu gucken, weil B auch ab und zu nach den Kindern von C geschaut hat, etc.

Solche sozialen Gebilde stehen im Bezug zueinander und sie funktionieren in Abhängigkeit. Heute hat jeder eine Badewanne und die meisten einen Fernseher, sie sind unabhängig und bezugslos. Wie es A geht ist B somit meist egal, solange die keinen Lärm machen, ihren Krempel nicht im Treppenhaus rumliegen lassen und die Waschmaschine nur an ihrem Waschtag benutzen. Aber Waschmaschinen kosten ja nicht mehr alle Welt, man kann sich auch gut eine eigene leisten …

Die kleine Geschichte mutet banal an, aber wenn ich mir das auf dem Niveau einer Gesellschaft hoch denke, hat’s da schon ein kleinwenig Sprengstoff drin. Zumal wir sehr stark auf das Materielle fokussiert und davon abhängig sind. Aber eben: Kein Bezug, kein Gruss – vielleicht? Doch um nicht allzu weit abzuschweifen: Dieses kleine «Warum» kam mir einwenig zu kurz. Sehr schön fand ich allerdings, dass die Familienkonferenz Münsingen zu diesem Thema einen Anlass lanciert hat und dass so viele Menschen sich die Zeit genommen haben und an diesem Abend im Schlossgutsaal erschienen sind.

Keep it going und herzlichen Dank an alle für den tollen Abend!

 

Familienkonferenz in Münsingen, Gemeinepräsident Beat Moser beim Gespräch mit Teilnehmer

 

Familienkonferenz in Münsingen - Eröffnungsrede

 

Familienkonferenz in Münsingen - Teilnehmer im äusseren Kreis

 

Familienkonferenz in Münsingen - Publikum

 

Pfarrer Anderas Lüdi in der Diskussion

 

Ueli Mäder am zuhören

 

Familienkonferenz in Münsingen - Detail mit Schuhen

 

Familienkonferenz in Münsingen - Abschlussrunde

 

Familienkonferenz in Münsingen - nach dem Anlass

 

 

1 Kommentar zu „Dokumentationsfotografie – Familienkonferenz in Münsingen“

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