Fotografie – Petzval-Bericht

Fotografie – Petzval-Bericht. Wie versprochen, anbei der richtige Petzval-Lomo-Beitrag mit einem kleinen Goody am Schluss. Vorab aber kurz zwei Dinge zur Erklärung.

Lomografie ist eine Stilrichtung, die bewusst mit fototechnischen Fehlern arbeitet. Das Wort ist von zwei Begriffen abgeleitet. Lomo kommt von der Kamera Lomo LC-A, die von 1984 bis 2005 in Sankt Petersburg hergestellt wurde. Sie sei nicht sehr zuverlässig gewesen und war bekannt für ihre schlechte Bildqualität. Grafie, der zweite Wortteil, ist von der Fotografie abgeleitet.

Petzval: Josef Maximilian Petzval war ein Mathematiker, der in Pest studierte und unterrichtete. 1837 nahm er einen Lehrstuhl in Wien an. 1840 konstruierte er das erste Porträtobjektiv mit einer Brennweite von 100mm, das an den Bildrändern einen sehr starken Schärfeabfall aufwies. Das Petzvalobjektiv.

Im Juli 2013 startete Lomography ein Crowdfunding um das Petzvalobjektiv – in modifizierter Form – wieder für moderne Kameras zu produzieren. Über 3300 Unterstützer trugen knapp 1.4 Millionen Dollar zusammen um das Projekt zu verwirklichen. Im Dezember 2013 wurden dann die ersten 500 Objektive ausgeliefert. Und seit 2015 habe auch ich eines. Lange lag es unbenutzt in meinem Fotokram – bis ich vor ein paar Wochen vor dem Fotorucksack stand und mich fragte, was ich nun mit auf den Sonntagsspaziergang nehmen soll.

Ich mag das Objektiv; für mich ist es noch unberechenbar und erfrischend in den Ergebnissen. Auch das Handling ist witzig: für die Scharfeinstellung dreht man nicht am Objektiv, sondern an einer Schraube darunter. Und die Blende wird durch Metallplatten verändert, die man umständlich ins Objektiv steckt und wieder herausklaubt. Autofokus? No way … 🙂

Hier noch ein paar Bilder damit du dir das Ganze besser vorstellen kannst.

Das Petzvalobjektiv mit Deckel und drei Blendenplatten.
Blendenschlitz und Blendenplatte; darüber die Distanzanzeige.
Auf der Unterseite des Objektivs die Scharfstellschraube.

Etwas schade sind gewisse Mängel in der Verarbeitung: Der Objektivdeckel kann nicht festgemacht werden – dagegen wäre ein Gewinde äusserst hilfreich. Und wenn man die Kamera dreht und nicht aufpasst, fallen die Blendenplatten heraus. Das trübt die Freude während der Arbeit, aber ich weiss nicht, ob das bei allen Objektiven so ist, oder ob ich einfach ein Montagsmodell erwischt habe. Und kein Mangel, aber eine tolle Option wäre ein Filtergewinde – das würde die Möglichkeiten der Linse vervielfachen. Farbfilter, Langzeitbelichtungen am Tag, etc. Aber unter dem Strich: ein cooles Ding.

Edit: Das Goody ist weg. Vielleicht klappt’s beim nächsten Mal 🙂

Und zum Schluss wie versprochen das Goody: Ich möchte mit dem Objektiv noch ein paar Porträtbilder machen. Ein Shooting an einem Ort deiner Wahl in Bern, du kriegst mindestens fünf Bilder zur freien Verfügung. First come first served 🙂 Hopphopp!

Danke fürs Lesen, vielleicht bis bald am Shooting? Und einen prima Wochenstart!

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